Von der Ordnung zum Chaos

Impressionen meiner Werke

Eine kleine Textpassage reizt, Fremdgegebenes zu überschreiten.

Stephen, Hawking: Kurze Antworten auf große Fragen. 2018. S. 176 «… Der Aufbruch ins Weltall ist vielleicht die einzige Möglichkeit, uns vor uns selbst zu retten. Die Menschen müssen, davon bin ich überzeugt, die Erde verlassen. Wir riskieren, ausgelöscht zu werden, wenn wir bleiben…»

Dann aber brauchen wir für uns Menschen Zeitlosigkeit. Das funktioniert nur, wenn wir uns als Erdenbürger in den All-Raum beamen. Damit aber sind die Menschenteilchen schon Quarks und damit zurück zu ihrem Ursprung gekommen – heraus aus der Ordnung zurück ins Chaos der Teilchen – so wie ursprünglich gekommen.

Noch befinden wir uns nicht in einer zu ihrem Ende erschlossenen universellen Ordnung. Unsere Kenntnisse wachsen beständig, und trotzdem bilden sie immer nur den Stand des gerade gültigen Unwissens ab. Eine typisch wissenschaftliche Aussage hat die Form: Unter welchen – oder unter diesen und diesen Bedingungen – geschieht das und das. Dieser Ansatz, und jede Forschung ist eine Fragende; weil es ihr zuvor stets an einer naturwissenschaftlichen begründeten Antwort mangelt. Jede wissenschaftliche Entdeckung verringert das mangelnde Wissen am Ganzen einer universellen Ordnung. Denn jeder Mangel ist lediglich Teilmenge eines universellen Ordnungsgefüges, welchen ihm forschend darin nachzustellen gilt. Ist der Mangel bearbeitet, wandelt er sich zugleich zum neuem Attribut einer, durch ihn erweiterten Ordnung, bis deren bedingungsfreie Vollkommenheit erreicht ist. Es scheint daher dem Menschen, als wenn die absolute Ordnung jedem Mangel vorauseilt, bis deren Enderfüllung gelungen ist.

Denn ohne eine vorausgesetzte bestehende Ordnung, welcher Art auch immer, lässt sich kein Mangel definieren! Aber in vollkommener Unordnung, im Chaos des Ursprungs, hier im Absoluten, gibt es keinen Mangel und keine Mängel. Ist letzter Mangel beseitigt, erfolgt der Zusammenfall der Gegensätze von universeller Ordnung und Chaos.  

Und das Resümee in Art des Platonischen Dialogs:

Ingo, wenn du behauptest, die absolute Ordnung nichte sich im Chaos, dann musst du von Anbeginn an bisher jegliches Forschen, jegliche fortschreitende Erkenntnis, egal welche und auf welche Art und Weise, jegliches fortschreitende menschliche Wissen nur als Suche und weiterführendes Entdecken von Mängeln und deren Beseitigung setzen. Ja, lieber Leser. Denn ein Mangel kann nur aus einer vorhandenen Ordnung definiert werden – aus einer Ordnung heraus sich von ihr differenzieren. Dann, oh Ingo, unerbittlich gefolgert! Ist jeder Mangel genichtet, dann endet jegliches Forschen, jegliches fortschreitende sich vertiefendes Wissen aller bisherigen menschlichen Möglichkeiten in Sichtweite des Chaos. Ja! Oh Leser. Denn dem Chaos mangelt entweder nichts, was vollkommene Ordnung ist, oder alles, womit wir wieder am Ursprung wären! «…abgeräumter Platz… entleerte Zeit…»[1] Wir sind im Nirwana.

Ingo R. H. Treuner.


[1] Eugen Fink

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